Wertewandel „Gesundheitszufriedenheit“ am Arbeitsplatz

Heute geht es nicht mehr darum, dass die Arbeitsbedingungen keinen schädlichen Einfluss mehr auf unsere Gesundheit haben – diese Entwicklungsstufe haben oder müssten wir schon längst hinter uns gelassen haben. Immer mehr geht es darum, dass Arbeitsplätze unsere Gesundheit fördern. Denn Gesundheit ist heute gleichzusetzen mit Gesundheits-Zufriedenheit. Zufriedene und glückliche Mitarbeiter sind der beste Garant für Produktivität, Teamfähigkeit, Kreativität und Loyalität.

 

Aufgrund der Entwicklung ist deutlich wahrzunehmen, dass das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung steigt. Gleichzeitig ist aber die Widersprüchlichkeit zu erkennen, dass die psychischen Belastungen aufgrund der aktuell bestehenden Arbeitswelt weiter zu nehmen. Stress, Überforderung und Überarbeitung sind inzwischen eher gesellschaftsfähig geworden. Wer nicht jammert, weckt unter Umständen sogar Misstrauen, nicht genug zu tun zu haben. Krankschreibungen wegen psychischen Leiden haben weiterhin Rekordniveau. Im Altersvergleich treten sie aktuell am häufigsten bei Menschen in der Rush Hour des Lebens zwischen 35 und 44 Jahren auf. (Quelle DAK-Gesundheit).

 

Psychische Belastungen entstehen vor allem im Arbeitsalltag durch ständigen Termindruck (38 Prozent der Arbeitnehmer), schlechtes Arbeitsklima (37 Prozent), emotionaler Stress (36 Prozent) und Überstunden (36 Prozent) (Quelle: pronova BKK Joballtag in Deutschland).

 

FAZIT:Eine Umfrage der ManpowerGroup zeigt das Paradoxon, dass sich die Wünsche der Berufstätigen in eine ganze andere Richtung gehen: 36 Prozent möchten gern nach Feierabend besser abschalten können, 32 Prozent nehmen sich vor, die Arbeit lockerer zu sehen als bislang und sich Vorfälle weniger zu Herzen nehmen, 15 Prozent wollen weniger arbeiten. Ambitionen auf der Karriereleiter aufzusteigen, liegen weit hinter diesen Vorsätzen (Quelle: Job-Ambitionen 2016 ManpowerGroup).

 

TIPP: Wo viele jedoch an sich selbst scheitern und sich anders verhalten, als sie es sich vornehmen, ist die jüngere Generation konsequenter. Der Achtsamkeitstrend (Future Day 2017 Zukunftsinstitut) und die rasante Popularität von Meditation, Yoga und anderen Techniken zur Förderung der mentalen Gesundheit verändern das Bewusstsein  gegenüber der Akzeptanz von Stress. Der Wertewandel wird das Paradox, das heute bereits zwischen Wunsch und Wirklichkeit besteht, auflösen und dafür sorgen, dass immer weniger Menschen dazu bereit sind, einem Job nachzugehen, der sie krank und unglücklich macht, oder sich in eine Arbeitskultur zu begeben, die selbst auferlegte ungesunde Verhaltensweisen und Stress fördern. Arbeit wird zu einem Teil eines umfassenden Strebens nach mehr Lebensqualität.