Robotik kann helfen! Die „deutsche“ Diskrepanz.

Fragt man uns Deutsche, so will lediglich jeder Vierte in Deutschland von einem Roboter gepflegt werden (BMBF2015) – grundsätzlich verständlich, wenn wir an den alten Vorstellungen von humanoiden Robotern festhalten. Aber die Zeit und Entwicklung schreitet kontinuierlich voran und daher müssen wir eine breitere Sichtweise zulassen, denn Roboter in der Gesundheitsversorgung sehen heute und zukünftig ganz anders aus.

 

Die Diskrepanz liegt heute darin, dass sich 50 Prozent der deutschen Bevölkerung mit dem Gedanken wohl fühlt, dass ein Roboter für ältere Menschen Tätigkeiten erledigt oder Gesellschaft leistet (Europaen Comission 2016: Gutes Gefühl – Unterstützung durch Roboter). Gesellschaftlich akzeptiert die Bevölkerung diese Entwicklung also und findet es unter Berücksichtigung der bekannten Herausforderungen sinnvoll.  Fragt man sie allerdings nach ihrer persönlichen Vorstellung, wird dies abgelehnt.

 

Dies zeigt sich auch in der Aussage, dass sich in Deutschland nur knapp 20 Prozent mit dem Gedanken wohlfühlen, ein Roboter nehme einen medizinischen Eingriff vor. In Schweden liegt das Vertrauen mittlerweile bei 41 Prozent (Europaen Comission 2016: Roboter als Ärzte: Steigendes Vertrauen). Das statistische Bundesamt vermeldet hierzu; das es im Jahr 2014 knapp 10.000 Operationen gab, bei denen ein OP-Roboter in deutschen Kliniken zum Einsatz kam. 2010 lag die Anzahl noch bei 5.200 Operationen – Tendenz stark steigend.

 

Fazit: Lassen Sie uns unser Mindset für die Möglichkeiten der Zukunftsentwicklung und hier im speziellen der Robotik offen verbreitern. Spezielle Pflegebetten, die das Umlagern von Patienten automatisch übernehmen, sind nicht gruselig, wenn man  an die wohltuenden Dienste von Massagestühlen denkt. Schon heute kommen selbststeuernde  Roboter zum Einsatz, die Transportdienste wie Essenauslieferungen oder die Beförderung von Wäsche und Medikamente ausführen.

 

Schauen Sie sich Beispiele für sinnvolle Robotik in der Gesundheitsversorgung an:

  • Der vom Frauenhofer-Institut entwickelte Care-o-Bot kann standardisierte Abläufe in der Pflegeeinrichtung übernehmen und befindet sich in der vierten Entwicklungsserien-Generation.
  • Das fahrerlose Transportsystem TransCar vom Schweizer Unternehmen swisslog, befördert Verbrauchsmaterial, Medikamente, Bettwäsche, Mahlzeiten oder Abfallprodukte in Kliniken (Festgelegter Stundenplan mit bis zu 500 km).
  • Das am häufigsten genutzte OP-Robotiksystem ist Da Vinci vom kalifornischen Unternehmen Intuitive Surgical. Das System wird in Deutschland von über 60 Kliniken genutzt.