Der klassische Patient verliert seine Identität

 

Der Patient von heute ist nicht entweder gesund oder krank, sondern sowohl als auch und befindet sich eigentlich schon immer in einem Kontinuum zwischen diesen beiden Polen. Mit den heutigen und zukünftigen personalisierten Gesundheitsangeboten und der Medizin, mit der zunehmenden aufklärenden Datenlage und dem einfachen Zugang an Überwachungsmöglichkeiten verschwimmt die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit. Die Zukunft zeichnet nicht mehr einen leidenden Patienten, der sich dadurch auszeichnet, dass ihm etwas fehlt, sondern etabliert immer mehr den souverän handelnden Menschen, der mit personalisierten Leistungsangeboten seine Gesundheit verbessern möchte und kann.

Mit dem Aufweichen der Grenzen, verändert sich die Wahrnehmung und noch mehr die Anforderung an die Orte im Alltag, die mit Gesundheit und Krankheit zu tun haben. Klassische Leistungsanbieter, wie beispielhaft Ärzte, Apotheker, Kliniken etc. werden ihr Portfolio (und damit sind nicht IGeL-Leistungen gemeint) auf die Bedürfnisse des Gesundheitskunden anpassen müssen, auch wenn dies im Leistungskatalog nicht abgebildet ist. Wir bekommen „Misch“-Kunden, „Misch“-Leistungen und „Misch“-Finanzierungen!

Unser Tipp: Je früher wir akzeptieren, dass aus Patienten Gesundheitskunden oder –konsumenten werden, umso schneller eröffnet sich für uns der Blick, dass wir unsere Gesundheitsangebote über alle Gesundheitsmärkte hinweg vernetzter, integrierter und personalisierter aufstellen müssen. Der Erfolg der Gesundheitsdienstleister misst sich zukünftig an den übergreifenden Vernetzungsgrad zu anderen Partnern und dem eigenen Gesundheitsklientel.